Chronik

In der weiten Ebene des Ruhrtales, unweit der Burg Blankenstein, nur wenige Meter von südlichen Ufer der Ruhrentfernt, liegt die Wasserburg Haus Kemnade.

Vor der großen Hochwasserkatastrophe 1486, bei der die Ruhr ihr Bett weiter in Richtung Stiepel verlegte, lag die Burg unmittelbar am nördlichen Ufer der Ruhr. Ihre Geschichte reicht bis ins 12. Jh. zurück. Ein Teil der heutigen Gebäude wurde in den Jahren 1602 bis 1704 auf den Grundmauern der 1589 abgebrannten ersten Wasserburg errichtet. Der Name der Wasserburg leitet sich aus dem mittellateinischen „domus caminata“ ab; dieser Name bezeichnete ein Haus, das Zimmer mit eigenen Feuerstellen (Kamine) besaß, meistens waren es Frauenburgen.

Die Bauarbeiten, die Wennemr von der Recke 1602 begann, wurden durch den spanisch-niederländischen Krieg sowie den jülisch-klevischen und schließlich durch den 30-jährigen Krieg unterbrochen. Johann Georg von Syberg, Nachfolger Wennemars, setzte die Arbeiten an der Burg erst 1662 fort. Bis zum Jahre 1809 gehörte die Burg zum Besitz verschiedener Lehnsträger. Durch die Aufhebung des Lehnswesens durch Kaiser Napoleon I. kam sie in den persönlichen Besitz der Bewohner. Die Stadt Bochum erwarb im Jahr2 1921 Haus Kemnade vo dem damaligen Eigentümer, dem königlichen Kammerherrn Baron Ludwig von Berwordt-Wallrabe.

Haus Kemnade steht als Zeugnis früher Baukultur, von der Gotik bis zur Renaissance, unter Denkmalschutz.

Bedeutungsvoll sind – neben vielen Einrichtungsgegenständen – der Rittersaal im 1- Obergeschoss mit seiner kunstvollen Stuckdecke, dem großen renaissance-Wappenkamin.

Besondere Aufmerksamkeit verdienen die gotische Kapelle imErdgeschoss sowie die Kamine in der Sammlung Grumbt und im Steinsaal mit Darstellungen der Schöpfungsgeschichte.


Auszüge aus der Chronik Haus Kemnade

Details

1270 erbaut von Familie Dücker.

1440 Familie von der Recke übernimmt Haus Kemnade.

1486 Hochwasserkatastrophe - Ruhr bildet sich ein neues Bett. Seitdem liegt Haus Kemnade am südlichen Ruhrufer.

1589 Ostern brennt Haus Kemnade bis auf die Grundmauern nieder.

1602 Wiederaufbau durch Wennemar von der Recke.

1647 Johann Georg von Syberg erbt Haus Kemnade.

1847 Haus Kemnade geht an Familie Bersworth-Wallrabe.

1921 Baron Ludwig von Bersworth verkauft Haus Kemnade an die Stadt Bochum.

1952 Familie Bruns pachtet Haus Kemnade als landwirtschaftlichen Betrieb.

1959 Eröffnung von Haus Kemnade als Gastronomie.

1995 Übergabe an die dritte Generation der Familie Bruns.

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